Judaica

Einführung

Wolfenbüttel besitzt leider noch keine kontinuierliche und zusammenhängende Erinnerungskultur, wie sie z.B. in Braunschweig entwickelt wurde und stets weitergeführt wird. Die Identifikation mit der jüdischen Vergangenheit z.B. durch die Samson-Schule und ihrer berühmt gewordenen Schüler und Lehrer wird nur nebenbei beachtet. Ende Mai 2008 stellte das Stadtmarketing eine „Stadtführung per Handy“ vor. Darin werden unter der Telefonnummer 08122-99995691 sechs Wolfenbütteler Stationen und geschichtliche Ereignisse vorgestellt. Unter „allgemeiner Geschichte“ hört man u.a. auch diesen Satz: „Und in Wolfenbüttel lebten und arbeiteten hervorragende Künstler, Dichter und Komponisten, etwa Lessing, Casanova, Praetorius, Leibniz, Raabe oder Busch.“
Lessing hat hier tatsächlich bis zu seinem Tod gelebt, Casanova war für einige Tage aus Braunschweig in die Kleinstadt geflüchtet, weil er mal wieder unter Betrugsverdacht stand. Er nutzte die Zeit, um in der Herzog August Bibliothek zu lesen.
Siehe auch: Berg, Irene, “Touristen“ in Wolfenbüttel, Aus zeitgenössischen Berichten über unsere Stadt, in: Beiträge zur Geschichte der Stadt Wolfenbüttel von J. König, Seite 102

Im Gegensatz zum Touristen Casanova mit seinen 8 Tagen Aufenthalt besuchte Leopold Zunz, der Begründer der Wissenschaft des Judentums, die hiesige Samsonschule und lehrte dort später auch.
Casanova scheint Wolfenbüttel bedeutender zu sein als Leopold Zunz, daher wird er auch nicht erwähnt?

Unter diesem Titel „Judaica“ werden Beiträge zur Geschichte der jüdischen Wolfenbütteler veröffentlicht. Nach und nach sollen hier Texte erscheinen, die im Zusammenhang mit meinen Recherchen entstanden sind. Das Ergebnis dieser Arbeit „Spuren und Schicksale jüdischer Familien aus Wolfenbüttel“ wird im nächsten Jahr, so ist es mit Wolfenbüttels Bürgermeister Pink abgesprochen, in zwei Bänden durch die Stadt finanziert veröffentlicht.


Erinnerungsstätten für ehemalige jüdische Wolfenbütteler und Wolfenbüttelerinnen in der Lessingstadt:

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Im weitesten Sinne kann die Skulptur am Lessinghaus, die nach Ansicht des Erschaffers, des Wolfenbütteler Bildhauers Schmidt-Bochum, „Nathan den Weisen“ darstellen soll, dazugerechnet werden.














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Der Synagogenstein gegenüber dem Eingang zum Zeughaus, rechts neben dem Nathan.















Eine Gedenktafel an dem Wohnhaus in der Lessingstraße 12, das auf dem Gelände der nach dem 9. November 1938 zerstörten Synagoge 1952 errichtet worden ist.

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Das Gebäude der ehemaligen Samsonschule am Ende des Neuen Weges mit einer Gedenktafel am Eingang.
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Eine Bildergalerie mit Gruppenfotos ehemaliger jüdischer Wolfenbütteler in der zweiten Etage im Rathaus.
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Eine Erinnerungstafel am Haus Nr. 12 in der Harzstraße, in dessen Hinterhaus sich einst die erste Synagoge Wolfenbüttels befunden hat.

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Das Haus Holzmarkt 9, das einst Gumpel Moses gehörte, dem wahrscheinlichen Begründer der Wolfenbütteler jüdischen Gemeinde (1697)










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Das jüdische Denkmal an der Ecke Schulstraße-Bahnhofstraße.
















Der (verschlossene) jüdische Friedhof am „Am Jahnstein“.
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Ein Wohnhaus in der Krummen Straße 32, das einst als Schulwohnhaus für jüdische Schüler der in der Harzstraße 12 beheimateten Religionsschule diente, der späteren Samsonschule. Ein Ornament – eine schrägstehende Kanne - zeigt das Symbol der Leviten, die im jüdischen Volk Priesterdienste leisteten.
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